Vom Crowd-Datensatz zum Velobelastungsplan

Der Veloverkehr gewinnt in Städten und Agglomerationen stetig an Bedeutung. Es wird in neue Infrastruktur investiert, Netzlücken werden geschlossen und der Veloverkehr gezielt gefördert. Gleichzeitig steigt der Anspruch, Entscheidungen fachlich fundiert zu begründen. Ein Velobelastungsplan liefert eine solide Grundlage für Entscheidungen in Gemeinden, Kantonen und Planungsbüros. Er macht sichtbar, welche Routen besonders stark genutzt werden, wo der Verkehr auf Strassen ohne geeignete Infrastruktur konzentriert ist und an welchen Stellen Umwege oder Konflikte auftreten.

Für die Region St.Gallen (Gossau, Herisau, Wittenbach und St.Gallen) wurde ein solcher Velobelastungsplan erstellt.

Cyclomania und permanente Zählstellen

Die Fahrten der Cyclomania Challenge von Pro Velo Schweiz jeden September bieten eine wertvolle Chance Velobelastungspläne zu erstellen. Sie zeigen, welche Verbindungen stärker genutzt werden, als dies aus der Planung allein ersichtlich wäre. Da nur ein Teil der Bevölkerung teilnimmt, werden diese Daten mit permanenten Velozählstellen kombiniert. Diese liefern Informationen zu Tages- und Jahresverläufen sowie saisonalen Schwankungen. Durch die Kombination lassen sich die Cyclomania-Fahrten auf das gesamte Jahr und auf die Gesamtbevölkerung hochrechnen, wodurch eine realistische Abbildung der Velobelastung im Netz entsteht.

Methodik, Umsetzung und Nutzung

Die Datenaufbereitung umfasste zunächst die Bereinigung, Vorverarbeitung, Kalibrierung und Hochrechnung der Rohdaten mit R (RStudio) sowie anschliessend deren GIS-gestützte Verarbeitung einschliesslich der Zuordnung zu Netzabschnitten. Die Ergebnisse werden kartografisch als abgestufter Plan aufbereitet, der stark frequentierte Achsen, intensiv genutzte Nebenrouten und Verbindungen mit regionaler Bedeutung klar darstellt. Auf dieser Grundlage lassen sich Schwachstellen, Netzlücken und Konfliktbereiche erkennen und gezielt Massnahmen ausarbeiten. Gleichzeitig dient der Velobelastungsplan als strategisches Werkzeug, um Projekte zu entwickeln, Varianten zu prüfen und Massnahmen effizient umzusetzen. Gemeinden, Kantone und Planungsbüros können Entscheidungen datenbasiert treffen und Entwicklungen im Veloverkehr langfristig beobachten. Zudem kann der Velobelastungsplan als Grundlage für politische Entscheidungen und deren Begründung dienen.

Die Kombination aus Crowd-Daten, permanenten Zählstellen und GIS-Analysen macht den Veloverkehr sichtbar, quantifizierbar und vergleichbar. So entsteht ein Instrument, das über die reine Kartendarstellung hinausgeht und die nachhaltige Mobilitätsplanung in der Region St. Gallen unterstützt.

Möchten Sie wissen, welche Erkenntnisse ein Velobelastungsplan für Ihre Region liefern kann? Wir analysieren Ihre Daten und entwickeln eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Ihr Projekt.

analyGIS – Ihre Profis für nachhaltige Mobilität und Geodaten.

Der Weg ist das Ziel

Gemeindeweite Erneuerung der Wanderweg-Signalisation in Herisau

Mit der Neugestaltung des Bahnhofs Herisau entsteht eine moderne Verkehrsdrehscheibe, an der ÖV, Fussverkehr und Aufenthalt neu zusammenspielen. Für viele beginnt hier der Weg: zur Arbeit, zur Schule oder zur Wanderung. Entsprechend hoch sind deshalb die Anforderungen an eine klare, verständliche Signalisation.

Nicht nur das Tor zum Appenzellerland erstrahlt bald in neuem Glanz, sondern auch die gelben Wanderwegweiser. Über einen Zeitraum von drei Jahren erneuert die Gemeinde Herisau die Wanderweg-Signalisation flächendeckend im gesamten Gemeindegebiet. An über 80 Standorten werden die bestehenden, teils unleserlichen Tafeln durch rund 300 neue Wegweiser ersetzt.

Digitale Planung mit der Fachapplikation Langsamverkehr des ASTRA

Eine funktionierende Signalisation setzt ein klar definiertes Wanderwegnetz voraus. Bevor neue Wegweiser produziert und montiert werden, wird gemeinsam mit der Gemeinde geklärt, welche Wege offiziell zum Wanderwegnetz gehören, wie die Routen verlaufen und wo Anschlüsse an Nachbargemeinden bestehen.

In Herisau wurde das gesamte Wanderwegnetz überprüft, bereinigt und digital im GIS abgebildet. Die Planung der neuen Signalisation erfolgt mit Hilfe der Fachapplikation Langsamverkehr (FA LV) des Bundesamts für Strassen. Sie ist das schweizweit verbindliche Instrument zur Verwaltung von Wanderwegdaten und bildet die Grundlage für eine konsistente Planung von Wegnetz, Routen und Signalisation.

Egal ob in der Romandie, im Tessin oder im Alpstein: dank der landesweit einheitlichen Signalisation finden Wandernde auf offiziellen Wanderwegen immer zum Ziel. Wie wird eigentlich die Wanderzeit berechnet? Die Zeitangaben basieren auf einer durchschnittlichen Wandergeschwindigkeit ohne Pausen von 4,2 Kilometer pro Stunde im ebenen Gelände.

Auch in Herisau wurden sämtliche Standorte in der FA LV geplant und dokumentiert. Unstimmigkeiten lassen sich so früh erkennen und noch vor der Umsetzung korrigieren. Das reduziert Fehler, spart Kosten und erhöht die Qualität der Wanderweg-Signalisation.

analyGIS – Ihre Profis für nachhaltige Mobilität und Geodaten

Mit fachlicher Expertise, klaren Prozessen und einer sauberen Datenbasis begleitet analyGIS sämtliche Gemeinden im Kanton AR sowie den Bezirk Oberegg bei der Planung, Umsetzung und digitalen Pflege der Wanderweg-Infrastruktur.

Daten statt Schätzungen: Wie Rapperswil-Jona den Veloverkehr neu denkt

Rapperswil-Jona möchte wissen, wie viel Veloverkehr wo unterwegs ist – und hat analyGIS mit einer umfassenden Zählkampagne beauftragt. Der erste Teil wurde im Sommer 2025 durchgeführt und lieferte dank modernster Technologie erstmals ein flächendeckendes Bild der Velonutzung im Stadtgebiet.

KI-gestützte Zähltechnik für präzise Ergebnisse

Zum Einsatz kam eine neue, KI-basierte Erfassungskamera, die mehrere Verkehrsarten unterscheiden kann – vom Velo über Scooter bis zum Fussverkehr. Die Geräte arbeiten datenschutzkonform, speichern keine Bilder und werten die Bewegungen lokal aus. Damit lassen sich nicht nur Mengen zählen, sondern auch Knotenstromanalysen durchführen: Welche Routen werden genutzt, wo entstehen Konflikte, wie fliesst der Verkehr wirklich?

Diese Kombination aus Präzision und Flexibilität macht die Technologie besonders wertvoll für Gemeinden, die ihre Infrastruktur datenbasiert weiterentwickeln wollen. Die Zählgeräte lassen sich kurzfristig an unterschiedlichen Standorten einsetzen, um ein realistisches Bild des Verkehrsverhaltens zu gewinnen – unabhängig von Jahreszeit oder Wetter.

Entscheidungsgrundlagen für nachhaltige Mobilität

Die erhobenen Daten geben der Stadtverwaltung Rapperswil-Jona erstmals eine fundierte Übersicht über das aktuelle Verkehrsverhalten. Sie bilden die Grundlage für die Weiterentwicklung des Velonetzes, die Priorisierung von Investitionen und die Beurteilung von Massnahmen zur Verkehrssicherheit.

So kann die Stadt künftig gezielter entscheiden, wo neue Veloinfrastruktur sinnvoll ist oder die bestehende ausgebaut werden muss – und wo bestehende Strukturen bereits gut funktionieren.

analyGIS: Datenexpertise für aktive Mobilität

Mit den neuen Zählmethoden verbindet analyGIS technologische Innovation mit praktischer Anwendbarkeit. Gemeinden, Kantone und Planungsbüros profitieren von belastbaren Entscheidungsgrundlagen statt Annahmen.

Denn wer Mobilität nachhaltig gestalten will, braucht mehr als gute Absichten – er braucht gute Daten.

analyGIS – Ihre Profis für nachhaltige Mobilität und Geodaten.